Nach wie vor ist der Anbau von Hanfsamen (cannabis) im Freien die einfachste Methode seinen Eigenbedarf zu decken. Mutter Natur sorgt in der Form von Sonne, Erde, Wasser und Wind für prächtige Pflanzen die einem eine reiche Ernte bescheren. Aber auch Outdoors kann der Gärtner mit seinem grünen Händchen die Natur unterstützen. Growexperte Jorge Cervantes verrät auf den nächsten Seiten ein Tipps wie man auf natürliche Weise Früchte vom Feld erntet. Text und Fotos: Jorge Cervantes
Vorzucht von Keimlingen und Jungpflanzen
Man kann Zeit gewinnen und der Natur einen Streich spielen in dem man Keimlinge und Jungpflanzen schon einige Wochen vor Beginn der Saison drinnen unter künstlichem Licht vorzieht. Während die Temperaturen draußen noch ungemütlich kalt für Tier, Mensch und auch Pflanzen sind, kann man so in der warmen Wohnung schon mal einen Vorsprung gewinnen. Bevor man die jungen Pflanzen dann nach draußen umsetzt, muss man sie allerdings erst an die neue Umgebung gewöhnen, damit sie keinen Schock erleiden der sie in der Entwicklung benachteiligen würde.
Ein paar Tage bevor man die Pflanzen in den Boden setzen will, sollte man sie in der Nähe des Fensters in einen Schuppen, Gewächshaus oder Garten stellen um sie gegenüber den natürlichen Widrigkeiten im Freien abzuhärten.
Man sollte die Stecklinge oder Samen im Februar oder März unter einer 400W HD Sodium Lampe vorziehen. Das sollte ausreichen das weniger starke, diffuse Licht des Übergangs zwischen Winter und Frühling zu simulieren und stark genug sein, das Wachstum der Pflanzen anzuregen. Stecklinge und Jungpflanzen die aus Samen gezogen wurden, benötigen beide ca. 14 Stunden natürliches oder/und künstliches Licht-bis der Zeitpunkt zum Umpflanzen ins Freie gekommen ist-um sich gesund entwickeln zu können.
Bodenbereitung
Viele Grower begehen den Fehler viel zu kleine Behälter für die Aussaat zu verwenden. In größeren Töpfen, können sich die Wurzeln der Jungpflanzen viel besser entwickeln. Die Pflanzen werden so viel stärker und resistenter gegenüber den natürlichen Bedingungen im Freien. Man sollte einen Teil Polymere der Erdmischung hinzufügen. Diese nehmen und speichern Wasser, das den Pflanzen dann über einen längeren Zeitraum zur Verfügung steht und sie vor dem Austrocknen schützt. Polymere die sich mit Wasser vollsaugen, erreichen das 15fache ihrer Größe und stellen das Wasser den Wurzeln zur Verfügung. Besonders für Grower die ihre Pflanzen an schwer zugänglichen Stellen zu stehen haben, stellen Polymere eine günstige und effektive Lösung der Wasserversorgung dar.
Oft sind die Vorraussetzungen des Bodens nicht die besten und man muss die Erde aufbessern und mit Nährstoffen anreichern um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Cannabis braucht Stickstoff, Phosphor und Kalium um sich gesund und stark entwickeln zu können dazu kommen noch Micronährstoffe wie Eisen, Zink, und Magnesium. Die idealen Werte für NPK für Cannabis sind 7-6-12.
Auch die Löcher selbst müssen groß genug sein, damit sich die Wurzeln weiträumig entwickeln können. Man sollte Löcher ausheben die mindestens 50 cm breit und 50 cm tief sind. Je breiter und tiefer desto besser. Wenn man die Jungpflanzen einsetzt sollte man das Ganze mit einer die Entwicklung begünstigenden Mischung auffüllen.
Eine solche Mischung wäre z.B. die Folgende: - Wurmerde (siehe unten)
- Torf
- Universalblumenerde
- Fledermausguano
- Organischer Dünger
- Perlite
- Löschkalk
Die ersten 8-10cm der Löcher sollten mit normaler Universalerde aufgefüllt werden, bevor man die Jungpflanzen einsetzt. Damit die Wurzeln sich zunächst etablieren können und nicht verbrannt werden wenn sie auf die Erde die reich an Nährstoffen ist treffen. Nachdem man die Jungpflanzen eingesetzt hat und die Löcher aufgefüllt hat sollte man ausgiebig bewässern.
Etwas Mühe und vor allem Liebe fürs Detail sorgen dafür, daß
man gesunde und kräftige Pflanzen erhält die sich auch in der Blüte prächtig entwickeln werden. Viele Grower denken sie müßten nur in der Blütephase die Pflanzen bei ihrem Wachstum unterstützen, dabei sind Jungpflanzen wie kleine Kinder. Je mehr man sich um sie kümmert und ihre Entwicklung unterstützt desto besser machen sie sich auch im Jugend-und Erwachsenenalter.
Im Fall von Cannabis ist das Ergebnis eine ertragsreiche und wirkungsvolle Ernte süß duftender Blüten.
Berghänge eignen sich hervorragend für den Hanfanbau und liefern einen natürlichen Schutz vor ungewünschten Besuchern. Die Löcher müssen Terrassenartig und so angelegt werden, daß das von den umliegenden Berghängen abfließende Regenwasser aufgefangen wird. Durch extra angelegte Rinnen kann man für den Zufluss von Wasser sorgen und mit Wällen rund um das Loch dämmen und auffangen.
Pflanzen die in bergigen, steinigen Gegenden wachsen, entwickeln sich oft kleiner sind dafür aber weniger auffällig, da sie an dieser Stelle niemand erwartet.
Lehmhaltiger Boden kann sich im Gegensatz der allgemeinen Meinung hervorragend für den Anbau von Hanfsamen (Cannabis) eignen. Man sollte die Löcher nach einem ausgiebigen Regen ausheben, da das die Arbeit viel einfacher macht. Die Löcher sollten 90cm tief sein und anschließend mit der vorher aufgeführten Mischung aus Erde, Kompost, Wurmerde, etc. aufgefüllt werden.
Positive Veränderungen der Erde verbessern den Boden, erleichtern die Verbreitung der Wurzeln, ermöglichen eine effektivere Wasserspeicherung, etc.
Wurmerde
Regenwürmer können wahre Wunder im Garten bewirken. Die eigene Wurmfarm anzulegen ist eine einfache Sache die wenig Aufwand benötigt und einfach zu unterhalten ist. Würmer leben und vermehren sich in Essensresten, Erde und Ausscheidungen. Dabei produzieren sie Wurmdung, ein hervorragender, natürlicher Dünger den man direkt unter die Erde mischen kann oder mit dem man eine flüssige Nährstofflösung zubereiten kann. Wurmerde kann man auch im Gartenhandel fertig kaufen.
pH Werte, Erde und Wasser
Der pH Wert der Erde und des Wassers sind extrem wichtig. Cannabis wächst am besten bei einem pH Wert von 6.5. Der pH Wert der Erde ist wenn nötig einfach zu verändern.
Kalkpulver erhöht den pH Wert und senkt den Säuregehalt in der Erde, zuviel davon kann allerdings die Wurzeln verbrennen und die Nährstoffe für die Pflanze unzugänglich machen. Wenn der pH Wert der Erde um mehr als eine Einheit gesteigert werden muss, sollte man einen Landwirt, o.ä. um Rat fragen.
Die Anwendung der Menge von Kalk richtet sich vor allem nach der Beschaffenheit des Bodens auf dem angepflanzt werden soll:
16 kg/251 m2 Bei sehr sandigen Böden
23 kg/251 m2 Bei sandigen Böden
32 kg/251 m2 Lehmboden
36 kg/251 m2 bei stark lehmigem Boden
* Grundsätzlich gilt: 0.5-0.9 kg Kalkpulver pro 0.03 cm3 Erde.
Alkalische Werte sind einfacher zu erhöhen als die Säurewerte. Ist die Erde zu sauer helfen 34 gr feiner Schwefel die den ph Wert pro 90 cm2 sandiger Erde um ungefähr eine Einheit senken würden. Andere Böden benötigen etwas mehr, ca. 100gr pro 90cm2. Guter Kompost hilft ebenfalls den pH Wert zu senken und den Säuregehalt zu erhöhen.
Löcher graben und auspflanzen
Man sollte möglichst grosse Löcher ausheben und den Boden mit Holzbrettern auslegen um das Versickern von Wasser zu verlangsamen. Anschliessend sollte man die Löcher mit der bewährten Mischung aus Kompost, Moss, guter Universalerde, organischen Nährstoffen, Polymere und Löschkalkpulver füllen und mit einer Schicht nur aus Erde bestehend bedecken. Rund um die Löcher sollte man einen kleinen Wall anlegen, damit das Wasser nicht abfliesst und ausschließlich der Pflanze zur Verfügung steht.
Verfestigte Böden
Manchmal stößt man auf eine Schicht an der der Boden sich verfestigt hat und undurchlässig für Wasser und Wurzeln ist. Verfestigte Böden bestehen zu meist aus Lehm und befinden sich unterhalb der Humusschicht. Sie können grobkörnig oder auch total dicht und undurchlässig sein und dabei wenige Zentimeter tief reichen oder auch mehrere Meter dick sein.
Stößt man auf einen verfestigten Boden muss man die verdichtete Schicht durchbrechen damit es nicht zu einem Wasserstau im Wurzelbereich kommt. Hierzu eignet sich eine Spitzhacke am besten, aber auch eine gute Schaufel kann zum Ziel führen. Nachdem man die verdichtete Schicht aus dem Loch entfernt hat, füllt man das Ganze mit der bewährten Erdmischung aus Kompost und guter Gartenerde auf.
Hügelbeete
Erhöht angelegte Hügelbeete eignen sich bestens für den Anbau im Garten. Unkraut lässt sich einfacher in Zaum halten und die Qualität des Bodens läßt sich einfacher kontrollieren.
Es macht Sinn ein erhöhtes Beet auf lehmhaltigen Böden anzulegen. Eine 20cm hohe Schicht aus guter Erdmischung macht das Graben von Löchern unnötig. Die Wurzeln der Pflanzen etablieren sich zunächst in der nährstoffreichen, lockeren Erde und graben sich dann durch den Lehm.
Das alles ohne mühselige körperliche Anstrengung. So spart man Zeit und kann schon einen Monat früher mit dem Grow anfangen. Ein Bekannter von mir baut seine Hanfpflanzen auf seinem Komposthügel an. Er setzt die ca. 15-30cm Stecklinge in eine Schicht von 8-10cm guter Erde die er auf einen 60-90cm hohen Komposthügel ausschüttet. Wenn die Wurzeln die Kompostschicht erreichen, ist diese bereits so weit abgekühlt, daß die Wurzeln keine Gefahr mehr laufen verbrannt zu werden.
Über die Pflanzen spannt mein Kumpel eine durchsichtige Plastikplane die wie eine Art Gewächshaus fungiert. Der Komposthaufen wärmt die Pflanzen von unten, während die Plane die Äste und Blätter vor allzu harschen Wetterbedingungen schützt. Diese ungewöhnliche Methode hat sich in den letzten Jahren bewährt und beschert meinem Freund jedes Jahr eine beachtliche, verfrühte Ernte.
Ein anderer Grower den ich kenne, bringt gut 90cm3 Kompost, Erde, Dung und Kalkpulver auf seinen Gemüsebeeten aus und mischt das Ganze dann unter. Anschließend pflanzt er seine jungen Hanfpflanzen und sich gegenseitig begünstigenden Gemüsesorten gemeinsam aus. Das Gemüse dient gleichzeitig auch als nützliche Tarnung.
Mulche
Eine weitere einfache Methode, den Anbau im Freien zu verbessern und und zu erleichtern, ist das Anlegen einer Mulchschicht. Mulche zieht und speichert Feuchtigkeit im Boden und behindert die Entwicklung von Unkraut. Mulche besteht aus einer Mischung aus Laub, Stroh, Grasschnittresten, gejätetem Unkraut, etc. Dazu kann man zerkleinerte Papierreste, u.ä. druntermischen.
Ich verwende am liebsten die Schnittreste meines Rasens zu Hause als Mulche. Man kann seinen Rucksack damit vollstopfen und jedesmal wenn man sein Outdoorfeld besucht bringt man eine Schicht Mulche auf das Feld. Die Mulchschicht sollte möglichst dick (15-30cm) sein, da sie sich über die Zeit von alleine abbaut.
Zeitungspapier oder braune Papiertüten eignen sich hervorragend dazu eine Schicht Mulche herzustellen. Man sollte mindestens 6 Doppelseiten Zeitungspapier befeuchten und anschliessend mit einer Schicht Erde bedecken.
Jorge Cervantes
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